Kongress der Deutschen Kniegesellschaft 2025:
Take-Home-Messages
Vom 21. bis 22. November 2025 fand in Wiesbaden der 14. Kongress der Deutschen Kniegesellschaft statt – einer der bedeutendsten Treffpunkte für Expertinnen und Experten aus Orthopädie, Unfallchirurgie, Sportmedizin, Physiotherapie und angrenzenden wissenschaftlichen Disziplinen. Hier kommen Medizinerinnen und Mediziner sowie Forschende zusammen, um sich auszutauschen, neueste Entwicklungen kennenzulernen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken – immer mit dem gemeinsamen Ziel, die Versorgung von Patientinnen und Patienten weiter zu verbessern.
Auch Dr. med. Frank Paech, Facharzt für Chirurgie, war vor Ort und stellt Ihnen im Folgenden zentrale Take-Home-Messages vor, die seine tägliche Arbeit prägen und die moderne Kniechirurgie massgeblich beeinflussen.
Die neusten Erkenntnisse auf einem Blick
Bandverletzung
Bei kombinierten Knieverletzungen – beispielsweise, wenn sowohl das vordere Kreuzband als auch Strukturen der Innenseite betroffen sind – ist es entscheidend, die mediale Seitenbandstabilität genau zu überprüfen.
Die aktuelle Empfehlung lautet:
- Wird ein Kreuzband rekonstruiert, sollte in derselben Operation auch die mediale Stabilität beurteilt und – falls notwendig – direkt operativ wiederhergestellt werden.
- Zur Verfügung stehen dabei drei etablierte Techniken: Seitenbandrefixation, Augmentation und Seitenbandplastik mit körpereigener Sehne.
Allerdings gilt: Die Innenseite des Kniegelenks besitzt ein sensibles Nervengeflecht, das nach einer Operation zu schwer beeinflussbaren neuropathischen Schmerzen führen kann. Gleichzeitig zeigt der mediale Kapsel-Bandapparat eine hohe Selbstheilungstendenz, sodass die Indikation für die oben genannten OP-Techniken sehr eng gestellt werden muss. Isolierte Innenbandverletzungen – vor allem nahe am Oberschenkel – werden dagegen bevorzugt konservativ, also ohne Operation, behandelt, da hierbei die sehr gute Durchblutung und das Gewebsbridging die Heilung fördern.
Meniskusverletzungen
Der Meniskus ist ein zentraler Stossdämpfer des Kniegelenks. Entsprechend ist es oberstes Ziel, dieses wichtige Gewebe zu erhalten. Der aktuelle Konsens lautet daher eindeutig: Meniskusverletzungen sollten rekonstruktiv durch Naht behandelt werden, wann immer dies möglich ist.
Denn wird Meniskusgewebe entfernt, steigt das Risiko für eine frühzeitige Arthrose deutlich. Die moderne Kniechirurgie setzt daher klar auf gewebeschonende Verfahren, welche die langfristige Funktion des Gelenks sichern.
Knorpeltherapie
Auch im Bereich der Knorpelrekonstruktion gab es erneut eine deutliche Botschaft: Die AMIC-Technik (Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese) ist gegenüber der klassischen Microfrakturierung zu bevorzugen. Sie ermöglicht eine stabilere Knorpelneubildung und bietet besonders bei grösseren Defekten bessere Langzeitergebnisse.
Zudem wurde diskutiert, dass künstliche Bandimplantate beim Ersatz von Kreuz- oder Seitenbändern zwar möglich, aber nicht die optimale Lösung darstellen.
Kniegelenksfrakturen
Bei Kniegelenksfrakturen reicht eine konventionelle Röntgenaufnahme heute nicht mehr aus, da zusätzlich Verletzungen von Bändern, Meniskus oder Knorpel vorliegen könnten, die auf dem Röntgenbild nicht sichtbar sind. Daher gilt: CT und MRT sind obligat, um alle Begleitverletzungen exakt zu erfassen.
Nach der operativen Frakturversorgung mittels Reposition, intrafragmentärer Verschraubung oder Plattenosteosynthese sollten in derselben Sitzung arthroskopisch weitere Schäden versorgt werden, wie Knorpel-, Band-, oder Meniskusverletzung. Dieser Ansatz verbessert die spätere Funktionalität des Knies erheblich.
Gelenkerhalt – ein Kernprinzip der Chirurgie von Dr. med. Paech
Ganz gleich, ob Bandoperation, Meniskusnaht oder Knorpeltherapie – eines zieht sich wie ein roter Faden durch alle neuen Erkenntnisse: Der Fokus liegt heute immer auf dem maximalen Gelenkerhalt. Minimal-invasive Verfahren, schonende Rekonstruktionen und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem körpereigenen Gewebe sind der Schlüssel zu langfristig guten Ergebnissen.
Auch Dr. med. Paech arbeitet täglich nach diesem Prinzip. Der Gelenkerhalt steht im Mittelpunkt jeder Behandlung, damit Sie wieder schmerzfrei durchs Leben gehen können. Wenn Sie Fragen haben oder eine zweite Meinung wünschen, nimmt sich Dr. Paech gerne Zeit für ein persönliches Gespräch. Besuchen Sie uns dafür in unserer Praxis in Zürich und in Schaffhausen. Oder nutzen Sie unser Angebot zur telemedizinischen Beratung.
Foto Quelle: Edoardo Busti auf unsplash.com
