Überlastungsschäden bei Jugendlichen

Überlastungsschäden bei Jugendlichen

Jugendliche, die regelmässig und intensiv Sport treiben, können durch die noch nicht abgeschlossene körperliche Entwicklung besonders anfällig für Überlastungsschäden sein. Werden einzelne Strukturen dauerhaft oder wiederholt überbeansprucht, können Schmerzen und Überlastungsbeschwerden entstehen. Besonders betroffen sind dabei Kinder und Jugendliche, die mehrmals pro Woche trainieren oder ihre sportliche Belastung schnell steigern.

Warum sind Jugendliche besonders anfällig für Überlastungsschäden?

Bei Erwachsenen entstehen die meisten Überlastungsschäden im Bereich der Band- oder Sehnenansätze am Knochen. Bekannte Beispiele sind das Patellaspitzensyndrom oder die Epicondylitis. Bei Jugendlichen befindet sich die empfindlichste Stelle dagegen häufig an der Wachstumsfuge.

Aus biomechanischer Sicht kann eine noch nicht vollständig entwickelte muskuläre Koordination dazu führen, dass zu viel Belastung auf die Wachstumsfuge einwirkt. Dieses Gewebe ist weich, weist eine hohe Zellteilungsaktivität auf und reagiert empfindlich auf zu starke oder wiederkehrende Krafteinwirkungen. Häufig kommt es dabei im Bereich der Apophyse zu einer Reizung. In schweren Fällen kann sich das Gewebe teilweise fragmentieren.

Typische Überlastungsschäden bei Jugendlichen

Ein bekanntes Krankheitsbild ist der Morbus Osgood-Schlatter, der insbesondere bei jugendlichen Fussballerinnen und Fussballern auftritt. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften Reizung im Bereich des Ansatzes der Patellasehne am Schienbein.

Eine weitere typische Überlastungserscheinung ist die Apophysitis calcanei, bei der die Wachstumsfuge im Bereich des Fersenbeins betroffen ist. Sie tritt ebenfalls vor allem bei sportlich aktiven Kindern und Jugendlichen auf.

Wie werden Überlastungsschäden behandelt?

Die Therapie besteht zunächst vor allem darin, die betroffene Struktur zu entlasten. Eine zeitlich begrenzte Belastungspause gibt dem Gewebe die Möglichkeit, sich zu erholen. Beim Kniegelenk haben sich ergänzend Dehnübungen als gute und wirksame Massnahme erwiesen. Auch die Verbesserung der Muskelbalance und eine gezielte Rumpfstabilisierung können Teil der Behandlung sein.

Sind die Beschwerden abgeklungen, wird die Belastung schrittweise wieder gesteigert. Zunächst kann mit leichtem Lauftraining und kurzen Passübungen begonnen werden. Wird diese Belastung gut toleriert, lassen sich anschliessend Intervalltraining sowie Kraft-, Sprint- und weitere sportartspezifische Übungen ergänzen.

Als unterstützende Massnahme kann bei Beschwerden am Knie beispielsweise ein anteriores Knietape beziehungsweise Kinesiotape zur Entlastung angelegt werden.

Schritt für Schritt zurück zum Sport

Entscheidend ist, die Belastung nicht zu schnell zu steigern. Wenn die einzelnen Trainingsstufen beschwerdefrei toleriert werden, kann zunächst die Rückkehr zum regulären Sport und anschliessend zur Wettkampfbelastung erfolgen.

Hilfreich können dabei auch die FIFA 11+ Übungen sein. Das spezielle Übungsprogramm zielt unter anderem darauf ab, die Stabilität und die muskuläre Koordination zu verbessern und kann insbesondere für sportlich aktive Jugendliche eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Überlastungsbeschwerden frühzeitig abklären lassen

Wiederkehrende Schmerzen bei jungen Sportlerinnen und Sportlern sollten nicht einfach ignoriert werden. Eine frühzeitige sportmedizinische Untersuchung kann dabei helfen, die Ursache der Beschwerden zu erkennen und die Belastung entsprechend anzupassen. So lässt sich vermeiden, dass sich aus einer zunächst harmlosen Überlastungsreaktion eine länger anhaltende Verletzung entwickelt.

Wenn Ihr Kind beim Sport wiederholt unter Knie-, Fersen- oder anderen Gelenkbeschwerden leidet, steht Ihnen Dr. med. Frank-Joachim Paech als erfahrener Sportmediziner und Chirurg in Zürich und Schaffhausen zur Verfügung. Nach einer sorgfältigen Untersuchung kann er die Beschwerden einordnen und gemeinsam mit Ihnen einen geeigneten Behandlungs- und Belastungsplan entwickeln.

Sie möchten die Beschwerden Ihres Kindes fachärztlich abklären lassen? Vereinbaren Sie gerne einen Termin in der Praxis von Dr. Paech in Zürich oder Schaffhausen. Gern können Sie für eine fachärztliche Einschätzung aus der Ferne auch das telemedizinische Beratungsangebot nutzen.

Foto von Lars Bo Nielsen auf Unsplash

Dr. med. Frank-J. Paech, Chirurg und Sportarzt

Dr. med. Frank-J. Paech
Facharzt für Chirurgie FMH
Allgemeine Chirurgie, spezialisierte Traumatologie, Sportmedizin und manuelle Medizin

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