Sprunggelenksverletzungen: von der Verstauchung bis zum Knochenbruch
Das Sprunggelenk gehört zu den am häufigsten verletzten Gelenken. Besonders bei Kontaktsportarten wie Fussball, Handball oder Basketball können solche Verletzungen häufiger vorkommen. Ein unglücklicher Tritt, eine Landung auf dem Fuss eines Mitspielers oder eine schnelle Richtungsänderung können ausreichen, um das Sprunggelenk zum Umknicken zu bringen. Glücklicherweise handelt es sich häufig um harmlose Verstauchungen. In manchen Fällen liegen jedoch schwerwiegendere Band- oder Knochenverletzungen vor, die eine weiterführende Diagnostik und gezielte Behandlung erfordern.
Entscheidend ist deshalb, eine einfache Sprunggelenksverletzung von einer komplexen Verletzung zu unterscheiden. Nur so kann die passende Therapie eingeleitet und eine sichere Rückkehr in Alltag und Sport ermöglicht werden.
Die Sprunggelenksverstauchung
Sprunggelenksverletzungen sind in Kontaktsportarten häufiger als Knieverletzungen. In den meisten Fällen handelt es sich um Verstauchungen mit einer Überdehnung der Seitenbänder, ohne dass eine strukturelle Schädigung der Bänder vorliegt.
In diesen Fällen genügt eine klinische Untersuchung sowie eine Röntgendiagnostik, um einen Knochenbruch auszuschliessen. Die Behandlung erfolgt funktionell mittels Sprunggelenksorthese oder Tape. Meist heilt die Verletzung innerhalb von etwa drei Wochen folgenlos aus, sodass anschliessend auch ein Return to Sport wieder möglich sein kann.
Bandverletzungen des Sprunggelenks
Von einer einfachen Verstauchung abzugrenzen sind Sprunggelenksverletzungen, bei denen es durch eine starke Umkippbewegung des Fusses (Pronation oder Supination) in Kombination mit einer Rotation zu einer Verletzung der Seitenbänder oder sogar zu einem Riss der vorderen Syndesmose kommt. Im Vordergrund steht zunächst die klinische Untersuchung. Hierbei werden die Schmerzlokalisation, die Stabilität des Bandapparates sowie die Beweglichkeit des oberen und unteren Sprunggelenks überprüft.
Ergänzend erfolgt eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen, die in 20 Grad Innenrotation durchgeführt wird. Um das genaue Ausmass der Verletzung zu erfassen, ist zusätzlich eine MRT-Untersuchung sinnvoll. Sie ermöglicht die Darstellung der Bandverletzungen sowie möglicher osteochondraler Schäden.
Die Behandlung umfasst neben einer Stabilisierung mittels Tape Brace vor allem Physiotherapie mit abschwellenden Massnahmen sowie der schrittweisen Wiederherstellung von Funktion, Kraft und Koordination. Ein Return to Sport kann nach etwa vier Wochen möglich werden.
Sprunggelenksfrakturen
Sind die Krafteinwirkung und die Rotation besonders stark, kann es zu einem Knochenbruch des Sprunggelenks kommen. Betroffen sein können der Aussenknöchel, der Innenknöchel oder die hintere Gelenkfläche des Schienbeins.
Häufig treten diese Frakturen gemeinsam mit Verletzungen der vorderen oder hinteren Syndesmose auf. Diese Bandstrukturen halten das Wadenbein in der Sprunggelenksgabel und sind für die Stabilität des Gelenks von grosser Bedeutung. Typische Frakturzeichen sind starke Schmerzen, ausgeprägte Schwellungen und eine abnorme Beweglichkeit des Sprunggelenks.
Diagnostik und Behandlung
Die Primärdiagnostik erfolgt mittels Röntgen. Wird eine Sprunggelenksfraktur festgestellt, ist eine 3D-Darstellung mittels CT obligat, da nur so das vollständige Verletzungsmuster beurteilt werden kann.
Besteht der Verdacht auf Band- oder Knorpelverletzungen, sollte ergänzend eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden. Die Versorgung erfolgt bei nicht verschobenen Aussenknöchelbrüchen und Brüchen an der Aussenknöchelspitze konservativ mittels Ruhigstellung.
Alle anderen kombinierten Sprunggelenksverletzungen sollten zeitnah operativ versorgt werden. Ziel der Operation ist die Wiederherstellung des Gelenkalignements sowie eine funktionelle Nachbehandlung unter Teilbelastung. Ein Return to Sport ist nach operativer Versorgung häufig erst nach drei bis vier Monaten möglich.
Knorpelverletzungen am Sprunggelenk
Im Rahmen schwerer Sprunggelenksverletzungen können zusätzlich Knorpelschäden entstehen. Diese werden am Sprunggelenk häufig besser toleriert als am Kniegelenk und müssen in der Regel erst ab einer Defektgrösse von etwa 1 bis 1,5 Zentimetern operativ versorgt werden.
Zum Einsatz kommen dieselben Techniken wie in der Kniechirurgie, beispielsweise die Mikrofrakturierung, die AMIC-Technik oder die autologe Knorpelzelltransplantation. Der Return to Sport verzögert sich in diesen Fällen auf etwa neun bis zwölf Monate. Wichtig ist es, solche Knorpelverletzungen nicht zu übersehen, da sie häufig erst als Spätfolge der eigentlichen Verletzung in Erscheinung treten.
Prognose
Die Einteilung und Behandlung von Sprunggelenksverletzungen und Sprunggelenksfrakturen ist heute sehr gut standardisiert. Dadurch können sowohl konservative als auch operative Therapien durchaus gute Ergebnisse erzielen. Das Wichtigste ist, die harmlose Sprunggelenksverletzung von der ernsten Sprunggelenksverletzung zu unterscheiden, da hier unterschiedliche Behandlungspfade vorliegen.
Ihr Ansprechpartner für Sprunggelenksverletzungen in Zürich und Schaffhausen
Ob einfache Verstauchung, komplexe Bandverletzung oder Sprunggelenksfraktur – eine frühzeitige Diagnostik und die richtige Therapie sind entscheidend für eine vollständige Genesung und eine sichere Rückkehr in Alltag und Sport. Dr. med. Frank J. Paech ist im Raum Zürich und Schaffhausen Ihr erfahrener Ansprechpartner für Sportverletzungen, Unfallchirurgie und Gelenkchirurgie.
Sie haben sich am Sprunggelenk verletzt oder wünschen eine fachärztliche Einschätzung? Vereinbaren Sie gerne einen Termin in einer der Praxen in Zürich oder Schaffhausen. Alternativ steht Ihnen auch eine telemedizinische Beratung zur Verfügung.
Foto von Tommy Satria Ishar auf Unsplash
