Muskelverletzung beim Fussball
Viele Fussballer und Fussballerinnen kennen es nur zu gut: Sprints, abrupte Richtungswechsel, intensive Zweikämpfe und plötzliche Schussbewegungen – kaum eine Sportart belastet die Muskulatur so stark wie Fussball. Insbesondere im Amateur- und Leistungsbereich zählen Muskelverletzungen deshalb zu den häufigsten Gründen für Trainings- und Spielausfälle. Oft entstehen sie ohne direkte Gegnereinwirkung und treten plötzlich während einer Sprint- oder Schussbewegung auf.
Damit Spielerinnen und Spieler möglichst schnell wieder auf den Platz zurückkehren können, sind eine frühzeitige Diagnostik und die richtige Behandlung entscheidend. Denn nicht vollständig ausgeheilte Muskelverletzungen erhöhen das Risiko für erneute Verletzungen erheblich.
Welche Muskelverletzungen gibt es?
Man unterscheidet zwischen Muskelzerrungen, Muskelfaserrissen, Muskelbündelrissen und knöchernen Muskelabrissen. Muskelrisse zeichnen sich meist durch einen plötzlich einschiessenden, stechenden Schmerz im Muskel aus, der auch ohne gegnerische Einwirkung entsteht. Muskelverletzungen sind die häufigsten Verletzungen im Fussball, daher ist es von besonderer Wichtigkeit, sie rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, um die Rekonvaleszenz kurz zu halten und einen schnellen Return to Sport and Return to Competition zu ermöglichen.
Bei Jugendlichen ist besonders häufig der Quadrizeps, beziehungsweise der Musculus rectus femoris, betroffen. Dieser Muskel wird vor allem beim Sprinten und Schiessen stark beansprucht. Bei Jugendlichen unter 14 Jahren kann es dabei sogar zu einem knöchernen Ausriss kommen.
Eine weitere häufig betroffene Muskelgruppe bei Fussballerinnen und Fussballern sind die Adduktoren, insbesondere der Musculus adductor longus im Bereich seines Ansatzes am Schambein. Chronische Beschwerden in diesem Bereich können in eine sogenannte Schambeinentzündung übergehen, die besonders bei jungen Fussballspielerinnen und Fussballspielern häufig als Überlastungsreaktion auftritt.
Auch die rückwärtige Oberschenkelmuskulatur – die sogenannten Hamstrings – ist häufig betroffen. Besonders häufig reisst hierbei der Musculus biceps femoris an der Aussenseite des Oberschenkels, was ebenso mit stechenden Schmerzen, Dehnungs- und Anspannungsschmerz einhergeht. Typischerweise treten diese Verletzungen in der zweiten Halbzeit eines Spiels auf.
Diagnostik & Behandlung
Die Diagnostik erfolgt zunächst durch:
- Palpation (Abtasten) der betroffenen Stelle
- Prüfung auf Dehnungsschmerz
- Prüfung auf Anspannungsschmerz
Zur weiteren Abklärung wird häufig eine MRT-Untersuchung durchgeführt, da diese die Verletzung mit hoher Sensitivität darstellen kann. Besonders wichtig ist dabei die Abgrenzung einer einfachen Zerrung von einem tatsächlichen Muskelfaserriss.
Muskelfaserrisse werden in der Akutphase zunächst mittels Kühlung, Schonung und Kompression behandelt. Im weiteren Verlauf kann die Muskulatur mittels Tape stabilisiert und anschliessend je nach Schmerzbefund funktionell aufgebaut werden.
Ein Return to Play beziehungsweise Return to Competition ist in der Regel nach etwa sechs Wochen möglich. Besonders wichtig ist jedoch, dass Muskelverletzungen vollständig ausheilen. Nicht ausreichend therapierte Muskelfaserrisse gehören zu den häufigsten Ursachen für erneute Muskelverletzungen.
Warum treten Muskelverletzungen immer wieder auf?
Kommt es bei Fussballerinnen und Fussballern wiederholt zu Muskelrissen, sollte gezielt nach möglichen Ursachen gesucht werden. So können beispielsweise Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule – etwa durch einen Bandscheibenvorfall – zu einem erhöhten Muskeltonus in der Beinmuskulatur führen. Dadurch steigt das Risiko für Muskelverletzungen.
Auch bei älteren Spielerinnen und Spielern kann eine Arthrose des Knie- oder Hüftgelenkes zu muskulären Verkürzungen führen, die Muskelrisse begünstigen. Insgesamt bleibt jedoch die häufigste Ursache für erneute Muskelverletzungen eine nicht vollständig ausgeheilte vorherige Verletzung.
Prävention von Muskelverletzungen
Zur Vorbeugung von Muskelverletzungen sind insbesondere Übungen zur Rumpfstabilität und zur Verbesserung der Muskelbalance sinnvoll. Internationale Präventionsprogramme wie die «FIFA 11+»-Übungen fassen entsprechende Massnahmen gezielt zusammen.
Sportmedizinische Betreuung in Zürich und Schaffhausen
Muskelverletzungen im Fussball benötigen eine individuell abgestimmte Behandlung, um unnötig lange Ausfallzeiten und erneute Verletzungen zu vermeiden. Dr. med. Frank J. Paech ist im Raum Zürich und Schaffhausen Ihr erfahrener Ansprechpartner für Sportverletzungen, Kniechirurgie und Unfallchirurgie.
Durch seine langjährige Erfahrung in der Behandlung von Fussballerinnen und Fussballern sowie sportlich aktiven Patientinnen und Patienten verfolgt er das Ziel, eine sichere und möglichst schnelle Rückkehr in Training und Wettkampf zu ermöglichen. Neben der Akutbehandlung stehen dabei auch Ursachenanalyse, Rehabilitation und Prävention im Fokus.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin in den Praxen in Zürich oder Schaffhausen – alternativ ist auch eine telemedizinische Beratung möglich.
Foto von Janosch Diggelmann auf Unsplash
